Bahnhof Engelhof

Engelhofstraße 11
steht unter Denkmalschutz


Der Bahnhof Engelhof
Foto: Internet Wikipedia

Der Bahnhof Engelhof hat von 1836 bis 1855 der Pferdeeisenbahn gedient. Er liegt um 50 m höher als der absolute Endpunkt der Bahn im Zentrum von Gmunden und war von großer Bedeutung für Salz- und Frachttransporte. 
Die Bahnstation Engelhof war allerdings bereits 1834 fertig gestellt.
In Engelhof, 2,5 Kilometer außerhalb des Gmundner Stadtkerns, spannten die Fuhrleute einst zwei von vier Noriker-Pferden aus, nachdem sie das steilste Stück der Strecke hinter sich gebracht hatten.
Nach 1855 wurde der Bahnhof von der inzwischen längst aufgelassenen Linie Gmunden–Laakirchen–Lambach genutzt. Heute nutzt ihn noch die Traunseebahn Gmunden-Vorchdorf als Hauptbahnhof. Der denkmalgeschützte Bahnhof Engelhof ist - aus österreichischer Sicht - der älteste noch in Funktion stehende Bahnhof Kontinentaleuropas! 


Der Bahnhof Engelhof mit Traunseebahn im Jahr 2011
Foto: Manfred Reingruber

Detailaufnahme vom Gebäude vor den Vandalenakten der letzten Jahre
Foto: Peter Schneider


Der Bahnhof heute
Das Bahnhofsgebäude ist stillgelegt und muss so vor Vandalenakten geschützt werden.
Foto: OÖ Nachrichten

Seit Kurzem hat die Schiene OÖ. den Bahnhof von der ÖBB übernommen. Diese hat im Bahnhofsgebäude ein kleines Museum eingerichtet. (In der Zeit der Corona-Pandemie ist/war der Zugang dazu nicht möglich.) In normalen Zeiten kann man die alten Räume mit ihrer noch vorhandenen Einrichtung sehen. Vorausgesetzt man findet jemanden, der einem den Zugang ermöglicht. Was man so hört, ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen, denn die Schiene OÖ arbeitet zur Zeit an einem Konzept für eine Nachnutzung des Bahnhofsgebäudes (auch großteils wieder mit der Nutzung als Bahnhofsgebäude).

Laut einem Artikel in den OÖN vom 10. Juli 2021 soll in Zusammenhang mit dem Ausbau der Bahnstation Engelhof auch das alte denkmalgeschützte Stationsgebäude saniert und einer Nutzung zugeführt werden. (Das ist eine Genugtuung für die Freunde der alten Pferdeeisenbahn, denn in den vergangenen Jahren hatten diese wie der leider mittlerweile verstorbene Lokalhistoriker Manfred Reingruber immer wieder vor dem unwiederbringlichen Verfall der 187 Jahre alten Station gewarnt. Jetzt sollen darin wieder ein Warteraum und Toiletten entstehen. Das ist auch höchst an der Zeit, bezeichnen die Betreiber die Station offiziell als Hauptbahnhof der Traunseebahn.)
In dem Artikel wird auch darüber informiert, dass die  gesamte Bahnstation Gmunden-Engelhof  bis Herbst für drei Millionen Euro modernisiert und damit  fahrgastfreundlicher gemacht. wird. Sie ist ja heute  der östliche Endpunkt der Gmundner Straßenbahn. Ab hier fahren die Garnituren der Traunseetram von Stern & Hafferl als Regionalzüge nach Vorchdorf weiter. Das denkmalgeschützt Stationsgebäude  konnte schon lange nicht mehr benutzt werden, weil es so baufällig ist. Fahrgäste mussten sich mit schmucklosen Bahnsteigen zwischen Gewerbebetrieben abfinden.
Zum einen entsteht über dem zweigleisigen Schienenstrang eine 80 Meter lange Bahnhofshalle zum witterungsgeschützten Ein- und Aussteigen. In der Halle können Züge künftig auch vor Schnee und Regen geschützt abgestellt werden. Bei Bedarf auch für Reinigungs- und Wartungsarbeiten.
Zum anderen entsteht eine Park & Ride-Anlage für 49 Autos samt vier Ladeanschlüssen für Elektroautos. Und schließlich auch eine überdachte Bike & Ride-Anlage für 14 Fahrräder sowie zwei absperrbare Radboxen samt Ladestationen für E-Bikes.

Häufig wird die Bahnstation Gmunden-Engelhof  als die älteste noch in Betrieb befindliche Bahnstation auf dem europäischen Festland bezeichnet. Tschechische Eisenbahnhistoriker behaupten allerdings, die Station Bujanov sei noch älter.

Noch existierende Räume und Objekte im Bahnhof Engelhof:
Die Bahnschalter mit Informationstafeln
Foto: Franz Six

Der Schalterraum
Foto: Franz Six

Ein Regal mit alten Dokumenten
Foto: Franz Six

Dieser unscheinbare Zettel informiert über die Besonderheit dieses Bahnhofs.
Foto: Franz Six

Tafel der Gmundner Pferdeeisenbahnfreunde am Bahnhof Engelhof
Foto: Peter Schneider

Verfasser: Holger Höllwerth