Schloss Cumberland

Herrlich gelegen ist dieses Welfenschloss auf einer Anhöhe nördlich von Gmunden! Unterhalb des Schlosses befindet sich der idyllische Krottensee. Viele kennen das Bauwerk nur von außen. Das dürfte mit seiner Verwendung zusammenhängen, denn nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es als Anstalt für kriegsversehrte Soldaten und heimatlose Zivilisten verwendet. Ab August 1947 wurde es als Tbc-Krankenhaus genutzt und seit 1973 ist das Schloss ein Landespflege- und Betreuungszentrum des Landes OÖ. Es zählt aber zu den Schätzen Gmundens und soll in der Folge beschrieben werden.

 
Schloss Cumberland von Norden

Die Fassade bildet in der Mitte der stolze Mittelbau. Darin befindet sich der große Ahnensaal mit vielen Fenstern und hohem, spitzem Giebel. Im linken Rundturm ist die Haupttreppe untergebracht. Im rechten kleineren Turm ist die „Gefolgstreppe“ eingebaut. Zwischen rechtem Rundturm und dem Mittelbau ist im ersten Stock eine Loggia zu sehen. Ein Fachwerkbau verbindet das Schloss mit dem „Prinzenstöckl“ auf der rechten Seite.


Schloss Cumberland von Süden

Die Südseite des Schlosses ist am prächtigsten!  In der Mitte ist wieder ein mächtiger Turm. Er ist der höchste Bau des Schlosses. Auf der linken Seite dieses Hauptturmes ist neben einem Erkerausbau eine große Veranda aus Steinen. Der obere Teil ist aus Holz errichtet worden und darüber ist wieder eine Loggia mit Ecktürmen im Fachwerkbau.  Die Veranda wird von mächtigen Granitsäulen getragen.
Von dieser Seite hat man einen herrlichen Blick auf den Traunsee und das Gebirge und früher hatte man auch einen solchen auf den darunter liegenden Krottensee.

  
Die prächtige Südseite des Schlosses

Wie kamen die Welfen nach Österreich und nach Gmunden?
Im Jahre 1866 führte Österreich gegen Preußen Krieg, und das Haus Hannover stellte sich auf die Seite Österreichs. Leider verloren die Hannoveraner (Kapitulation bei Langensalza am 29.6.1866) und  Österreich den Krieg (Schlacht bei Königgrätz, 3. Juli 1866). Nun mussten König Georg V. und Kronprinz Ernst August einen Wohnsitz außerhalb Hannovers wählen. Man entschied sich für Österreich, und Kaiser Franz Josef entsprach aus Dankbarkeit für die Treue im verlorenen Krieg auch diesem Wunsch. Zunächst flüchtete der Welfenhof nach Wien in die hannoveranische Botschaft. Später übersiedelte man nach Hietzing in die Villa Braunschweig, dann in das Kaiserstöckl im Park des Schlosses Schönbrunn und schließlich 1870 in das Haus Lothringen in Penzing, das gegenüber dem Schloss Schönbrunn gelegen war und das später in „Palais Cumberland“ umbenannt wurde. Kaiser Franz Josef war aber im Sommer immer im Salzkammergut, und so kam auch die königliche Familie - König Georg V. mit seiner Frau Königin Marie und den Kindern, Kronprinz Ernst August und die Prinzessinnen Friederike und Mary, im Jahre 1868 nach Gmunden zu einem Kuraufenthalt.    


Der junge Kronprinz Ernst August mit seinem blinden Vater
König Georg V. im Jahre 1860
Foto Internet


Die „Königinvilla“ im Jahre 2020

Die königliche Familie wohnte in Gmunden in der „Villa Thun“. Diese wurde später auch angekauft. Das Gebäude wird heute Königinvilla genannt. Hier empfingen der König und sein Sohn Ernst August während der Sommermonate viele hohe Gäste und auch Persönlichkeiten aus Hannover. Gmunden wurde immer mehr der Mittelpunkt des Hauses Hannover. Am 12. Juni 1878 verstarb König Georg V. in Paris.

In diesem Jahr vermählte sich am 21. Dezember Ernst August mit Prinzessin Thyra, der Tochter des Dänenkönigs Christian IX. Das Paar bezog zunächst 1879 in der im klassizistischem Stil erbauten Villa Clusemann  - heute Landesmusikschule - Quartier. Hier wurden auch 5 ihrer 6 Kinder geboren.       
Der Kronprinz nahm auch 1878 - nach dem Tod seines Vaters - unter Wahrung seiner Rechte auf das Königreich Hannover den Titel des „Herzogs von Cumberland“ an. Der Titel stammt von einer Grafschaft in England. Einst war die britische Königin Anne kinderlos geblieben, Sie war die letzte Herrscherin aus dem Hause Stuart. Bereits vor Annes Tod wurde die Nachfolge geregelt: 1701 wurde Sophie von Hannover aufgrund ihrer protestantischen Konfession und ihrer mütterlicherseits gegebenen Abstammung von den Stuarts zur britischen Thronerbin erklärt. Sie starb wenige Wochen vor Eintritt des Erbfalls, sodass 1714 ihr Sohn, Kurfürst Georg Ludwig (1660-1727), als Georg I. den britischen Thron bestieg. Seine Familie erhielt den Titel „Herzog von Cumberland“ zugesprochen.

In den Jahren von 1880 bis 1882 erwarb Herzog Ernst August die Bauerngüter „Bucherleitensölde“ und „Jodl im Eck“, auf denen heute das Schloss Cumberland steht. Die Gründe liegen 80 m über dem Krottensee. Nun konnte das Schloss Cumberland vom 15. Juni 1882 bis 15. September 1886 nach den Plänen des hannoveranischen Architekten Ferdinand Schorbach errichtet werden. Die Bauleitung hatte Hofrat Rundspaden inne. (Er ist am evangelischen Friedhof in Gmunden begraben.) 1886 übersiedelte die Herzogsfamilie von der Villa Clusemann in das Schloss Cumberland, Der neugotische Bau ist einflügelig mit mehreren Türmen und Erkern und sehr steilen Dächern. Er befindet sich in einem großen Park mit altem Baumbestand und einem Brunnen. Hauptsächlich wurde beim Bau Kalkstein (Traunseemarmor aus Ebensee) und Sandstein verwendet. Im Obergeschoß ist Ziegelfachwerkbau vorherrschend. Auch Granit aus Schärding und verschiedene Sandsteine fanden Verwendung. Besonders prächtig ist das zentrale Stiegenhaus mit einer breiten, geschwungenen Treppe und mit polierten Marmorsäulen, auch die Kapitele und Sockel sind aus Marmor.

               
Ein Blick in das breite TreppenhausEine Marmorsäule im Eingangsbereich

Das Schloss ist ein prunkvoller Bau im Stil des Historismus, der die Bedeutung der königlichen Familie widerspiegeln sollte. Dazu gehörten prunkvolle Räume wie die Bibliothek, das Musikzimmer und der Salon der Herzogin Thyra. Dieser verfügte über einen blauem Kamin, eine Keramikuhr, zwei Vasen und zwei Standleuchter. Sie stammen aus einer Porzellanmanufaktur in St. Petersburg.  Königin Marie schenkte die Gegenstände ihrem Sohn für das neu erbaute Schloss Cumberland. Sie sind heute noch im Schloss vorhanden!     

          
Kamin, Keramikuhr, Vasen und Standleuchter im Salon der Herzogin Thyra

Weitere Prunkräume waren die Rosenholzzimmer, der Speisesaal mit Silberaufsätzen und riesigen Geschirrkästen, die Jagdhalle mit Jagdtrophäen des Herzogs und der große Ahnensaal im ersten Stock, der mit einer wunderbaren Holzdecke, mit Wandteppichen, auf denen Darstellungen aus der Geschichte des Welfenhauses zu sehen waren, mit schönen Lustern und Statuen ausgestattet war.


Ehemaliges Speisezimmer im Jahre 2020

Zwei Fotografien von Karl Jagerspacher, 1907 aus dem Buch „Die Welfen am Traunsee“ von Heinz Schießer:


Der große Ahnensaal oder die große Halle


Die Eingangshalle mit Waffen aus verschiedenen Jahrhunderten

Schloss Cumberland erhielt im März 1904 eine elektrische Beleuchtung. 2000 Lampen waren vorgesehen, von denen normal 800 jeden Abend brennen sollten. Ein elektrischer Personenaufzug wurde ebenfalls eingebaut.
Der sog. Ahnensaal wird als Festsaal für Vorträge und Veranstaltungen und für die Betreuung verwendet. Die Holzdecke ist gewölbt und ruht auf verzierten Tragsparren. Ein Kamin ist auf der Südseite des Saales.       

   
Zwei Fotos von der wunderschönen Holzkonstruktion und der Holzdeccke des Ahnensaales im Jahre 2020

Im Eingangsbereich des Schlosses und im Treppenhaus waren viele alte Waffen und Rüstungen sowie Waffen aus der Erbauungszeit des Schlosses aufgestellt. Viele Fenster waren und sind noch mit herrlichen Glasmalereien ausgestattet.
Im Schloss ist auch eine große Kapelle, deren Altargemälde damals aus der Schule von Lucas Cranach stammte, heute befindet sich dort ein Holzkreuz. Die Kapelle wird heute noch für katholische Messen und evangelische Gottesdienste verwendet. Die schönen Marmorsäulen und Buntglasfenster lassen den ehemaligen Prunk noch erahnen.

                    
Das Gesamtansicht der Schlosskapelle  Kreuz im Altarbereich 

      
  
Der herrliche Luster in der Schlosskapelle

Im zweiten und im dritten Stock des Schlosses befanden sich die Privaträume der herzoglichen Familie. Die Gästezimmer waren im Dachgeschoß situiert. Einige Kachelöfen und Majolikakamine sind noch in so manchen ehemaligen Prunkräumen erhalten.

     
Zwei wunderschöne Kachelöfen mit Majolikaverzierungen in den heutigen Verwaltungsräumen

Ebenso erhalten ist die wunderschöne meistens in Eichenholz gefertigte Holzausstattung der heutigen Verwaltungsräume mit noch original erhaltenen herrlichen Eichenholztüren, schönen Holzdecken und Wandvertäfelungen. Auch die ursprünglichen Glasfenster existieren noch.

           
Eichentüren und Wandvertäfelung in den Verwaltungsräumen

    
Detailaufnahmen der Holzarbeiten, reich verzierte Holdecke und Holzsäule in den ehemaligen Räumen des Herzogs

   
Viele Buntglasfenster sind noch im Original erhalten!

Im Parterre gab es auch einen Tresorraum, in dem eine umfangreiche Münzen- und Medaillensammlung - angeblich 13.000 Prägungen, auch aus dem Mittelalter -  in schönen Vitrinen und auch viele Wertgegenstände der königlichen Familie wie Reliquien, Tafelsilber, Juwelen,  die hannoversche Königskrone, das Szepter, die Prinzessinnenkrone und Teile des britischen Kronschatzes und vor allem der „Welfenschatz“ des Herzogs Heinrich des Löwen aus dem Mittelalter und sein Evangeliar aufbewahrt wurden. Der Raum war und ist durch mächtige, schwere Panzertüren abgesichert.

An der Westseite ist das sogenannte 1889 als umfangreiche Bibliothek konzipierte „Prinzenstöckl“ angegliedert und nordöstlich des Schlosses waren eine Schmiede, ein Maschinenhaus und etwas weiter entfernt lagen die Stallungen für über 30 Pferde, die Kutschenremise und eine Gärtnerei. Diese Gebäude liegen heute im Bereich von Industriebetrieben.

   
Das Prinzenstöckl, vom gepflegten Park im Norden aus fotografiert.

Auf der Ostseite befindet sich die Welfengruft, in der auch Königin Marie von Hannover beigesetzt ist. Weiters sind im Mausoleum in Sarkophagen beigesetzt Herzog Ernst August (verstorben 1923), Prinzessin Mary (verstorben 1904) und die Söhne des Ernst August, Prinz Christian (verstorben 1901) und Prinz Georg Wilhelm (verunglückt 1912). Weiters befinden sich im Mausoleum die Sarkophage von Herzogin Thyra (verstorben 1933), Prinzessin Olga (verstorben 1958) und Prinz Christian (verstorben 1981), der aber in einer Urne bestattet wurde.


Der Eingang in das Mausoleum, auch Welfengruftgenannt
 

Unmittelbar neben der Welfengruft ist das „Jagdstöckl“.
In ihm wird heute ein Kaffeehaus betrieben.
                                       

Vom Schloss führte eine Verbindungsstraße zur Königinvilla. Durch einen Tunnel darunter (erbaut 1882 von Ing. Ramsauer aus Bad Ischl mit Ebenseer Marmorsteinen) erreichte man den Ortsteil Cumberland und das Schloss von der Nordseite.
Im Jahre 1884 wurde eine Kapelle errichtet und am 2. Jänner 1895 eingeweiht. Sie war vor dem Tunnel auf der linken Straßenseite situiert und befindet sich heute noch an dieser Stelle. Der Tunnel wurde vor Jahren abgebaut.



Die Kapelle an der Cumberlandstraße

Viele königstreue Hannoveraner folgten dem ehemaligen König nach Gmunden und siedelten sich hier an. Im Schloss gab es glanzvolle Feste und Besuche der verwandten Herrscherhäuser. Auch Kaiser Franz Josef stattete dem Schloss Cumberland auf seinen Reisen nach Bad Ischl immer wieder seinen Besuch ab. Ebenso kam er zu den Trauerfeierlichkeiten anlässlich des Todes von Königin Marie von Hannover im Jänner 1907.

Das Haus Hannover war ein großer Gönner und Förderer und Wirtschaftsfaktor in der Stadt Gmunden. Zirka 200 Personen umfasste der „Hofstaat“. Verwaltungschef war Georg von der Wense. Stellvertretend für viele Aktivitäten des Welfenhauses seien hier nur die finanzielle Beteiligung am Kanalbau, am Straßenbau, am Bau der Esplanade und am Bau der evangelischen Kirche erwähnt. Drei Glocken, Glasfenster und Taufbecken wurden ebenfalls vom Haus Hannover, von Verwandten und von Bediensteten gestiftet. Das Herzogshaus war auch an den „Suppenküchen“ für die notleidende Bevölkerung nach dem Ersten Weltkrieg beteiligt. Viele Gmundner Geschäfte und Handwerker pflegten gute Handelsbeziehungen als Lieferanten und Ausstatter mit dem Schloss Cumberland. Weitere Grundstücke wurden von den Hannoveranern ab 1880 erworben, so etwa das Schloss Mühlwang und die Villen Weinberg, Clusemann und Hausherr. Diese Besitzungen wurden aber bis auf die Königinvilla nach dem Zweiten Weltkrieg  verkauft.
Der Herzog pachtete und kaufte auch mehrere Jagdreviere im nahen Almtal, z. B. Jagdschloss Auerbach, Sie sind noch im Besitz der Familie. In Grünau war für die Verwaltung des Waldbesitzes und für die Jagd ein eigenes Forstamt eingerichtet worden.

Herzog Ernst August schickte seinen Sohn Prinz Ernst August nach dem Tod seines Bruders Georg Wilhelm an den Berliner Hof, um für die Anteilnahme am Tode Wilhelms zu danken und evtl. eine Verbesserung der Beziehungen zwischen den Hohenzollern und den Welfen zu erreichen. Prinz Ernst August lernte dort die einzige Kaisertochter Viktoria Luise kennen und lieben. Nach ihrer Verlobung reiste das Paar in Begleitung der deutschen Kaiserin Viktoria Auguste nach Gmunden. Die Kaiserin und das verlobte Paar wurden in Gmunden 1913 triumphal empfangen. Man heiratete 1913 in Berlin, und Herzog Ernst August konnte danach die Regentschaft in Braunschweig antreten und die Beziehung zwischen den Welfen und den Hohenzollern war wieder sehr freundschaftlich. So waren die Welfen nach 30 Jahren wieder für 5 Jahre an der Spitze eines deutschen Staates. Denn 1918 war dann für alle deutschen Monarchien das Ende angesagt. Das junge Paar reiste nach Gmunden ins Exil und bezog mit ihren drei Kindern, aber ohne Hofstaat und ohne Apanage die Villa Weinberg. Sie war an der Stelle situiert, wo heute das Bezirksseniorenheim „Weinberg“ steht. Dort lebten sie sehr bescheiden. Man musste sogar Teile des Welfenschatzes verkaufen.

Am 14. November 1923 verstarb Herzog Ernst August in Gmunden. Das Begräbnis glich einem Staatsbegräbnis mit großer Anteilnahme der Bevölkerung, der Politik und des Hofstaates.
Nach der Auflösung der deutschen Monarchien waren auch die Gründe für die Exilierung der Welfenfamilie weggefallen. Nach dem Tod von Herzog Ernst August von Cumberland war sein Sohn Herzog Ernst August zu Braunschweig und Lüneburg seines herzoglichen Amtes enthoben. Daher übersiedelte die Familie im Jahre 1933  von der Villa Weinberg auf ihren wieder gewonnenen Besitz Schloss Blankenburg und später auf ihr Stammschloss „Marienburg“. Dies war möglich, weil das Reichsgericht im Rechtsstreit zwischen dem Welfenhaus und dem Land Preußen zu Gunsten der Welfen entschieden hatte. So bekam das Welfenhaus aus dem „Welfenfonds“ 8 Millionen Mark und die erwähnten Schlösser, das Gut Calenberg und zwei landwirtschaftliche Betriebe als Entschädigung zurück.

1930 wurde das Schloss Cumberland in ein „Familienmuseum“ der Welfen umgewandelt und 1932/33 als „Landeserziehungsheim“ - eigentlich als Gymnasium - für Kinder herzoglicher Familien und ausgewählter Gmundner Bürger verwendet. 1933 räumte man allmählich das Schloss. Die Villa Weinberg und die Königinvilla blieben für weitere Aufenthalte der Familien in Gmunden eingerichtet. Der Hofstaat wurde aufgelöst, was die Gmundner Bevölkerung und die Stadtverantwortlichen sehr bedauerten. Das Schloss wurde an das Land OÖ. verpachtet. Darin wurde 1936 ein Ferienheim für in- und ausländische Mittelschüler eingerichtet. Das Schloss wurde nach dem Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland eine Gauschulungsburg. Das Gebäude wurde adaptiert und 1939 von Gauleiter Eigruber offiziell eröffnet. Im Zweiten Weltkrieg diente das Schloss dann als Wehrmachtslazarett für verwundete Soldaten.  Nach dem Krieg wurde aus dem Lazarett ein TBC-Krankenhaus. Schloss Cumberland wurde erst 1956 offiziell an die Republik Österreich verkauft. Besitzerin war bis zu diesem Zeitpunkt die griechische Königen Friederike, eine Tochter von Ernst August. Dieser hatte die österreichischen Besitzungen an seine Tochter übergeben. Die Republik Österreich verkaufte Schloss Cumberland 1979 an das Land Oberösterreich. Das Land OÖ. richtete darin aber schon 1973 das „Landespflege- und Betreuungszentrum Gmunden“ ein. Es besteht im Jahre 2020 noch und ist ein wichtiger Bestandteil in der Pflege und Fürsorge für ältere Menschen ist. Ein Umbau und Erweiterungsbauten an anderen Standorten sind geplant.

Die Welfen haben wichtige Spuren in Gmunden hinterlassen. Die Bauten wurden schon genannt. Es soll aber nicht unerwähnt bleiben, dass Herzog Ernst August von Braunschweig als Dank für 60 Jahre Exil für seine Familie in Gmunden über 100 Kinder aus unserer Stadt und Umgebung im Jahre 1938 zu einem sechswöchigen Erholungsaufenthalt nach Hannover und Umgebung eingeladen hat. Auch mehrere  Straßennamen verweisen auf das Haus Hannover, wie die Welfenstraße, die Georgstraße, der Herzogin-Viktoria-Luise-Park und die Ernst-August-und-Prinzessin-Thyra-Esplanade.  Das am 24. September 2004 gegründete „Traditionskorps Gmunden, K. u. K. Infanterieregiment Nr.42, „Herzog von Cumberland“ erinnert auch an das Welfenhaus in Gmunden und tritt bei vielen offiziellen Anlässen in Erscheinung.


Das Regiment Nr. 42 beim Brunnen im Schlosspark

                                                                                                        
Die Wappen der Welfen sind an der Südseite des Schlosses angebracht.

Diesen Beitrag verfasste der Obmann des Gmundner Musealvereins August Mayer im Juli 2020.

Verwendete Literatur:
Das Gmunden Taschenbuch, Musealverein Gmunden, Auflage 2008
Festschrift des K.u.K Infanterieregiments Nr. 42, vom 28.6.2009
Die Welfen am Traunsee, Heinz Schießer, 130 Jahre Schloss Cumberland, 2017
Gmunden in alten Ansichten, Ingrid Spitzbart, Band 2, vierte Auflage, 2002

Fotos:
Internet, August Mayer, K. Jagerspacher 1907, aus dem Buch „Die Welfen am Traunsee“, Heinz Schießer