Theatergasse

Gemeinsam mit der Kammerhofgasse und dem „Straßen-Teil“ vom Rathausplatz stellte die Theatergasse früher sicher eine der wichtigsten Straßenabschnitte der Altstadt dar. Durch die Zuschüttung des Stadtgrabens bis zum heutigen Postamt und dem so entstandenen Straßenzug „Am Graben“ entstand ab der Kreuzung der Theatergasse/Am Graben ein weiterer Hauptverkehrsweg bzw. war dort ein bedeutungsvoller Verkehrsknotenpunkt, dessen Probleme auf Dauer nicht sinnvoll gelöst werden konnten. Erst durch die Errichtung der weitläufigen Stadtumfahrungen konnte dieser neuralgische Verkehrsknotenpunkt entschärft werden.

Die heutige Theatergasse führte in längst vergangenen Zeiten durch mehrere Stadtviertel und hatte unterschiedlichste Straßenbezeichnungen und auch –nummerierungen. Der Vollständigkeit halber seien diese genannt:
Badviertel, Am Unteren Platz, Stadtplatz, (z.B. heutige Theatergasse 4 oder Rathausplatz 1), Christophsviertel, Grabenviertel, Unterer Graben (z. B. heutige Theatergasse 12), Kueferzeil, Beim See, Seestadtl, Esplanade (z.B. heutige Theatergasse 14)

Zur zeitlichen Einordnung sei erwähnt, dass die Straßenbahn in Gmunden durch die Theatergasse (bis zur damaligen Endstation am Rathausplatz) 1894 eröffnet wurde und die Verlegung eines Stöckelpflasters in der Theatergasse ab der Grabenkreuzung (in Richtung Altmünster) und am Graben um 1900 erfolgte. Die Pflasterungen in der „inneren Stadt“ erfolgten bereits „früher“.

Aus Gründen der besseren Übersicht wird von den aktuellen Bezeichnungen und -nummerierungen ausgegangen.

Rechte Straßenseite/gerade Hausnummern:

Theatergasse 2


Dieses Gebäude wird erstmals 1444 erwähnt. Sein Besitzer war der „Bürger“ Haring. Ab 1601 waren alle Eigentümer Gastwirte - mit Ausnahme des Martin Haberlechner, der auch noch kaiserlicher Hofkastenamtschreiber war. Das Gasthaus trug die Bezeichnung „Zum goldenen Engel“ und war bereits 1624 die Herberge der Löffelkramer. 1877 erwarb die Kaufmannsfamilie Poll das Objekt. Ab 1873 war in diesem Haus der Betrieb der 1862 gegründeten Spedition F. Poll Co. untergebracht. Im 20. Jahrhundert waren die Familien Traunmüller und anschließend bis heute Nachkommen von Familie Josef Stadlmayr die Besitzer. Beide Familien betrieben dort ein „Kolonialwaren- und Lebensmittelgeschäft“. Lange war  im Erdgeschoß eine Niederlassung des Fotohändlers Niedermayr, zuletzt das Trachtengeschäft „Trendmaker“. In den Obergeschoßen waren/sind Arztpraxen und Wohnungen.

Theatergasse 4

 
 
   
  
Das Haus Theatergasse 4 beeindruckt durch nette Details an der Fassade.

Ab 1596 sind die Eigentümer namentlich bekannt. Bis zumindest 1838 waren es Wirte und schon im 18. Jahrhundert führte das Haus die Bezeichnung „Zur goldenen Sonne“. Im 17. Jh. war hier die Herberge der Bäcker und der Fleischer. Zur großen Blüte wurde der Gasthof unter dem Gastwirtsehepaar Lindemann geführt, das den Betrieb 1894 übernommen und bis in die Zwischenkriegszeit geführt hat. 1900 hat die Familie das Haus auch erworben.
Viele bedeutende Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur, selbst der römisch-deutsche Kaiser Josef II. (1779) wohnten hier kurzfristig. Zwei entsprechende Gedenktafeln befinden sich im Innenhof bzw. in der Arkade.
In der „Neuzeit“ wurde das Hotel „Goldene Sonne“ vom Gastronomen Langer geführt. Das Haus wurde 1966 total und geschmackvoll renoviert. Dabei wurde der Arkadenhof freigelegt und eine Passage in die Kirchengasse eröffnet. Das dann „Sonnenhof“ genannte Lokal rund um diesen Innenhof wurde zu dieser Zeit von der Familie Wandl geführt, bevor es eine Pizzeria und anschließend ein China-Restaurant wurde (seit längerem geschlossen). Im straßenseitigen Gebäudeteil führte der Schuhhändler Hartleitner neben seinem zweiten Schuhgeschäft auch ein Taschengeschäft. Zuletzt waren im Erdgeschoß eine Parfümerie und ein Personalvermittler eingemietet. In den Stockwerken ist neben einer Zeitungsredaktion auch eine Arztpraxis untergebracht. Das Gebäude ist denkmalgeschützt.

  
Gedenktafel und Innenhof

Theatergasse 6 (und 6 a)


Erstmals wurde dieses Gebäude 1533 erwähnt. Manche Eigentümer hatten klingende Berufsbezeichnungen wie „kaiserlicher Rat und Eisenobmann in Österreich ob der Enns (Franz-Gottfried Vorrig von Hochhaus) oder Salzaufschüttscassier oder Phil. et Med. Doctor, kaiserl. Rat und Kammergutphysikus (Tobias Gregori von Galnz). Ab 1695 bis 1834 war das Objekt das k.k. Großkufenhandlungsamt und anschließend bis 1869 die k.k. Salinenfaktorie. Sie leitete die Erzeugung und den Vertrieb des damals üblichen Fasselsalzes. Im Jahr 1853 wurde dieses Amt mit dem Hofkasten- und Bauamt zur k.k. Salz-, Material- und Zeugverwaltung vereinigt. 1868 wurde auch diese Institution mit der Salzverschleißkasse zur „Salzverschleißcassa und Factorie zu Gmunden“ vereinigt, aber 1874 aufgelöst und durch das k.k. Salzverschleißamt ersetzt. 1877 wurde auch dieses Amt in Gmunden aufgelassen und nach Ebensee verlegt, womit der letzte Rest des einst für Gmunden so bedeutenden „landesfürstlichen Salzamtes“ aus der Stadt Gmunden verschwunden war.
Die Bezirkshauptmannschaft war in ihrer ersten Phase (1850-1854) in der Burg Grueb. Ab ihrer Wiedereinführung 1869 befand sie sich im Haus Theatergasse 6. (Von 1854-1868 hatte sich darin bereits das Bezirksamt befunden. 1888/89 erfolgte ein Totalumbau dieses Objektes. Die Bezirkshauptmannschaft war bis 1939 in diesem Objekt und übersiedelte mit anderen Ämtern in diesem Jahr an den heutigen Standort an der Esplanade (ehemaliges Hotel Bellevue).
Der Gesamtkomplex in der Theatergasse wurde in den 1960/70er Jahren geteilt und verfügt jetzt über 2 Hausnummern (6 und 6a für den rückwärtigen Teil, aber mit einem gemeinsamen Stiegenhaus – zum rückwärtigen Teil gehört ein großer Hof, der weit in die Badgasse reicht).
Die Kammer der gewerblichen Wirtschaft (Handelskammer) war ab 1948 in diesem Gebäude (zuvor in der Salzfertigergasse), bevor sie 1973 die Liegenschaft Georgstraße 20 erworben hat, um dort einen Neubau zu errichten (jetzt Lebenshilfe).
Im Erdgeschoss war über viele Jahre das Nähmaschinen-Radio-, Fernseh- und Schallplattengeschäft von Ernst Stadlmayr, der ab 1956 auch beim TV-Sender am Grünberg federführend war. Aktuell sind dort ein Modegeschäft und ein Geschäft für Regionalprodukte. Der große Innenhof wurde vor rund 50 Jahren überdacht und ursprünglich war dort ein Kindermodengeschäft („Herti“) untergebracht. Dann war über viele Jahre ein Dritte-Welt-Laden dort eingemietet.
In den Obergeschoßen sind die Zentrale des lokalen Fernseh-Betreibers „Kabel-TV“ sowie Wohnungen untergebracht.

Theatergasse 8 / Badgasse 2


1480 wird dieses Objekt erstmals erwähnt. Abgesehen von einem „Pfleger zu Ort“ bzw. einem „kaiserlichen Einnehmer“ gehörte es fast ausschließlich Krämern und Kaufleuten. Bevor in den 1950er Jahren das Schmuckgeschäft Reiter in diesem Objekt untergebracht war (es übersiedelte dann an die Ecke Rathausplatz/Kirchengasse), hatte hier der Kunsthändler Schindlbacher sein Lokal. Zuletzt war in diesem Gebäude ein italienisches Modegeschäft.
In diesem Haus weilte mehrmals Franz Schubert. Er war Gast beim Kaufmann Traweger und verkehrte auch beim Salzoberamtmann Ritter von Schiller. Ab 1844 gehörte das Objekt der Kaufmannfamilie Joseph Franz Haas, ab 1897 dem jüdischen Ehepaar Sigmund Rujder.

Theatergasse 10 (Eckhaus Badgasse 1 bis 3 / Graben 2)

  
 
Am Beginn des Grabens stand früher das städtische Zwingergebäude. Dieses Objekt wurde im Jahre 1894 abgetragen und durch einen stattlichen Neubau ersetzt. Im Neubau richtete man für das k. k. Post- und Telegraphenamt mehrere Räume ein. Ab 1895 befand sich nun das Postamt in diesem großen und neu geschaffenen Eckhaus. Details: siehe separaten Bericht „KuK Postamt“. 1929 übersiedelte das Postamt an den derzeitigen Standort in der Habertstraße). Bei der letzten Renovierung des denkmalgeschützten Objektes Badgasse 1+3 wurde ein Durchgang zum Graben geschaffen. Die Bürgerservice-Stelle und das Meldeamt sind dort untergebracht. An der Seite zur Theatergasse ist seit langem eine Tabaktrafik/Zeitschriftengeschäft, an der Ecke zum Graben waren unterschiedliche Branchen vertreten (Handarbeits-, Taschen-, Hut- und Wäschegeschäft, dzt. ist dort das Festwochen-Büro).

Theatergasse 12 / Graben 3
Lt. Katastralmappe wird dieses Gebäude aktuell mit der Anschrift Graben 3 geführt.


Am Graben 3, „Streicherhaus“, ca 1965
Quelle: Herrmann, Gmundner Chronik II, S. 606

Ab 1623 gibt es detaillierte Aufzeichnungen zu diesem Haus. Die Besitzer waren in der Regel Bäcker (wie z. B. Frank, Kemmetmüller). Ab 1898 gehörte es dem Delikatessen-Händler Streicher, der am Anfang der Kirchengasse in einem heute nicht mehr existierenden Anbau (sog. Lunzerhäusl) zum Haus Kirchengasse 1 viele Jahre sein Geschäft führte. Ab 1901 befand sich in diesem Haus der Ansichtskartenverlag Brandt.
In den 1960er Jahren war hier das Stoff-Geschäft Bertl untergebracht. Die Gmundner Volksbank erwarb dieses Gebäude und hatte in diesem Gebäude (gemeinsam mit dem Objekt Graben 7) ihren Sitz bzw. ihre Hauptanstalt. Der Bankbetrieb an dieser Stelle wurde Ende 2020 eingestellt. Das Haus gibt es in dieser Form heute nicht mehr.

Das unmittelbar benachbarte Geschäftslokal des Lederhändlers Paschinger hat die Anschrift Graben 1.

Theatergasse 14 und 16             


Dieses bereits in der früheren Vorstadt Seestadtl oder mit der Bezeichnung „Beim See“ und auch „Kuefelzeil“ geführte Objekt wird 1623 erstmals erwähnt. Das heute dazugehörende Objekt Theatergasse 16 ist bereits 1542 erstmals genannt. Das seit 1632 als Doppelhaus bestehende Objekt erwarben 1789 die Hafner Josef und Ursula Prein. In diese Zeit fallen auch die Adaptierung und die Gestaltung einer gemeinsamen Fassade für beide Häuser. Seit dieser Zeit sind die Häuser in einer Hand.


Alte Ansicht des Schleiss-Doppelhauses 1889
Foto: Sammlung Mag. Paul Lintner

In diesem denkmalgeschützten Haus wurde Keramik-Geschichte geschrieben. Die Keramikerfamilie Schleiss war von internationaler Bedeutung.

Wegen der ausführlichen Darstellung sowohl der Schleiss-Keramik als auch des Schleiss-Doppelhauses wird auf den lesenswerten Bericht „Schleiss-Doppelhaus“ auf der Seite www.gmunden-schaetze.at verwiesen.

Linke Straßenseite/ungerade Hausnummern:

Theatergasse 1 / Rathausplatz 1      


Das aktuelle Rathaus stammt im Kern aus dem 16. Jahrhundert. Das genaue Entstehungsjahr ist unbekannt. Der Mittelbau gibt zur Vermutung Anlass, dass hier italienische Baumeister tätig waren oder diese zumindest den Entwurf beeinflusst haben. Es ist auf jeden Fall ein Prunkstück eines Renaissancebaus, noch dazu einzigartig direkt am See gelegen. Es wird auf den Bericht „aktuelles Rathaus“ auf dieser Homepage verwiesen.
In die Theatergasse schaut „nur“ die nördliche Seite dieses einzigartigen und natürlich denkmalgeschützten Objektes mit den Auslagen des im Erdgeschoß befindlichen Geschäftslokals, in dem viele Jahre hindurch eine Buchhandlung (Linhard und Meingast) und dann das Papierfachgeschäft Meingast untergebracht war.

Theatergasse 3 / Sparkassengasse 2

        
Das Gebäude heute und alte Aufnahme von der Seeapotheke

Laut Krackowizer stand an dieser Stelle das Haus des Bürgers Vogelsanger, welches 1616 an die Stadt Gmunden kam, aber noch im selben Jahr vom landesfürstlichen Salzamt erworben und als „Hofkasten“ (Getreide- und Lebensmitteldepot für Kammer-bedienstete) eingerichtet wurde. Vom daneben befindlichen „Salzkeller“ durch eine schmale Gasse getrennt, wurde er um 1635 mit diesem verbunden. Nach Auflösung der k.k. Salinen- und Forstdirektion kaufte die Realität 1870 die „Städtische Sparkasse“ (gegründet 1859 - das „Amtslokal“ war anfänglich im 1. Stock des Rathauses) und errichtete an dieser Stelle das noch heute bestehende Sparkassen-Gebäude.
Bereits 1877 übersiedelte die 1870 gegründete Seeapotheke des Dr. Heinrich von Payr zum Thurm vom Standort Rathausplatz 5 (Eckhaus Kirchengasse, heute Mode-Forstinger) hierher. 10 Jahre später ging die Apotheke in den Besitz des Privatiers Rudolf Mayrhof und des Apothekers Mag. Andreas Grobstein über, dessen Nachfahren diese bis vor kurzem führten. Die Betreiberin seit 2019 ist Frau Mag. Scheuba-Gufler.
Auch (direkt vom Rathaus zugängliche) Räumlichkeiten der Gemeindeverwaltung sowie eine Wohnung sind in diesem Objekt, das einer Immobiliengesellschaft gehört, untergebracht.

Theatergasse 5

  
rechtes Bild: die VKB-Bank vor 1956

Laut Urmappe stand an diesem Standort ein riesiger Gebäudekomplex, der ursprünglich der „Salzkeller“ war. Nach dessen Demolierung im Jahr 1872 wurde die Parzelle erst an den Besitzer der Gmundner Dampfschifffahrt Josef Ruston verkauft, dann ein Jahr später an eine Baugesellschaft weiter verkauft, die hier (1873/74) das „Hotel Austria“ errichtete, das 1879 in den Besitz des Hoteliers Franz Scheck überging. Gleichzeitig wurden im Gebäudekomplex ein Uhrmacher, ein Schuhmacher, ein Frisiersalon, ein Optiker und ein Galanteriewarengeschäft und einige Jahre später auch eine Blumenhandlung eröffnet. Das Hotel selbst verfügte über 135 Gästezimmer, mehrere Salon, einen Personenaufzug, Sole und- und Fichtennadelbäder sowie große Speisesäle, eine schattige Terrasse und einen hoteleigenen Dampfersteg. Zur Ausstattung gehörten damals diverse Salons, ein Lesezimmer und ein Damensalon mit Klavier. Es war daher nicht verwunderlich, dass dort auch hohe Herrschaften abstiegen.
Der Gebäudekomplex reichte einst von der Theatergasse bis zum Schubertplatz. Der zur Theatergasse ausgerichtete Teil des Komplexes wurde verkauft und gehört der VKB-Bank, die dort seit 1924 ihren Bankbetrieb auf mehreren Etagen ausübt. Dieser Gebäudeteil hat die Adresse „Theatergasse 5“, das verkleinerte Hotel Austria hat nur mehr die Adresse Sparkassengasse 1. (Anm.: die Zweigstelle der VKB-Bank - früher „Oberösterreichische Volkskredit, Bauern und Gewerbebank“ - mit Sitz in Linz wurde in Gmunden 1923, und zwar im ehemaligen „Hotel Post“ in der Bürgerschulstraße (heute Habertstraße) eröffnet. Im „neuen“ Lokal in der Theatergasse befand sich davor eine Filiale der Wiener „Lombard- und Eskomtebank“, die in der Wirtschaftskrise zusammengebrochen ist)
Neben dem Uhrmachergeschäft Marx und dem skater-shop Hammerschmied war früher auch der Fotograf Gross untergebracht und hat die Traunsee-Schifffahrt Eder hier ihre Büros. An der Theatergassenfront war bis in die 1970er Jahre das Uhrengeschäft Ausweger in Miete.

Theatergasse 7 – Stadttheater


An dieser Stelle befand sich das 1635-1636 erbaute „Kufhaus“ (auch „Fasslhaus“ - als Teil des Salzkellers), welches 1869 in das Eigentum der Stadtgemeinde überging. Nach dessen Demolierung wurde hier 1872 das heute noch bestehende „Stadt-Theater“ vom Direktor des Salzburger Theaters J. M. Kotzky auf dessen Kosten (!!) errichtet bzw. auch eröffnet. Voraussetzung war, dass ihm dieser Baugrund günstig zur Verfügung gestellt würde. Schon am 22. Juni 1872 erfolgte die feierliche Eröffnung. Das Objekt ist denkmalgeschützt.
Im Erdgeschoß des Gebäudes war über viele Jahrzehnte links vom Eingang sowohl eine Konditorei (ab 1873 auch die Zuckerbäckerei Joseph Steyskal; mindestens ab 1904 Joseph Wöll, dann Maurhard, zuletzt Burggassner) bzw. ist seit Jahrzehnten ein Friseurgeschäft  bzw. war über ebenso viele Jahre rechts vom Eingang die „Weiße Kreuz Drogerie“ des Hrn. Auer bzw. seines Nachfolgers Erich Klement.


Stadttheater und Schießer-Haus
Foto: Schießer, Altgmundner Bilderbuch S .31

Theatergasse 9

  
rechtes Foto: Schießer, Altgmundner Bilderbuch S . 121

Wie in Krackowizer (Band IV S. 104) zu lesen ist, war dieses Haus, die „Schmiede vor dem Christoffen-Tor“, im Eigentum des Bürgerspitals St. Jakob. Im Jahr 1518 wurde dieses Haus verkauft. Nachmals scheinen ab 1606 die Besitzer namentlich auf. Von 1864 bis zumindest 1892 war die Familie des Schlossers Schwerdt Besitzer (daher auch „Schwerdt-Haus“). Auch die Gendarmerie hatte in diesem Hause ihren Posten.
Knapp nach der Jahrhundertwende wurde umgebaut und das Mode-Geschäft („Mode-Etablissement zur Wienerin“) des Gustav Hamann eröffnet. Im Jahr 1937 übernahmen die Ehegatten Schießer das Geschäft. 1964 erfolgte ein Totalumbau.

Theatergasse 11

     
Die Eisenhandlung Bauer
links das Gebäude heute und rechts ein altes Foto
o. J.
rechtes Foto: Schießer, Altgmundner Bilderbuch S. 126

Ab 1543 sind die Eigentümer namentlich bekannt. Es waren Lederer und Weißgerber. Ab 1877 gehört das Objekt dem Eisenhändler Vicenz Bauer, dessen Nachfahren bis in die 1980er Jahre hier ein Haushaltswarengeschäft führten. Anschließend war eine Buchhandlung eingemietet und im Obergeschoß ein Arzt untergebracht.
Das Objekt wurde total renoviert und dabei eine nicht der Umgebung angepasste Fassade errichtet.

Theatergasse 13

   
linkes Foto: Sammlung Gerhard Meingast          


Alte Ansicht von Optik Moser, o. J. 
Foto: Schießer, Altgmundner Bilderbuch S. 114

Jahrhunderte lang war dieses 1595 erstmals urkundlich nachgewiesene Haus im Besitz von Weißgerber- und Ledererfamilien. Ab 1834 gehörte es der Lederhändlerfamilie Mayrhofer. Diese machte daraus eine Biedermeiervilla (Mayrhoferstöckl). Seither trägt das Gebäude den Namen Mayrhofer-Stöckl. 1914 erwarb die Stadt das Haus weil man glaubte, dass dies der idealere Standort eines Kurhauses wäre, als es nach den damaligen Projekten möglich erschien. Da aus dem geplanten Neubau eines Kurhauses an dieser Stelle nichts wurde, wurde das Haus für Wohnungen und Geschäftslokale genutzt. Der Uhrmacher Friedrich Moser  (gegründet 1862) übersiedelte 1894 in das jetzige Geschäftslokal im  . Mayrhoferhaus. Die Nachfolgegenerationen erweiterten den Betrieb zu einem Spezialgeschäft für Uhren, Optik, Foto und Schmuck. (Nachfolger Friedrichsberg). Neben dem ursprünglich nur im linken Teil untergebrachten Moser-Geschäft war im rechten Teil ein Geschäftslokal der Familie Vesco, dazwischen die Haus-Einfahrt, deren Torbogen noch heute als Auslage noch erhalten ist.
Seit 2009 befindet sich dieses denkmalgeschützte Objekt in privater Hand. Neben Wohnungen beherbergt es nach wie vor das Uhrmacher-, Optiker- und Schmuckgeschäft Moser-Rohn. Im Übrigen wird auf einen separaten Bericht unter dem Titel „Ledererhaus“ verwiesen. Ab 1850 wurden der Franz-Josef-Platz und die Esplanade durch Aufschüttungen des Sees geschaffen. Bis dorthin lag diese Villa in unmittelbarer See-Nähe. (siehe Berichte „Esplanade“ und „Kaiser-Franz-Josef-Platz“ auf dieser Homepage.


Neben dem Gebäude steht eine alte metallene Vitrine (siehe Foto), die aus der Zeit um 1900/1910 stammt. Ihr Standort war bis zur Errichtung der Tiefgarage dort, wo sich jetzt deren Ein-/ Ausfahrt befindet. Sie beinhaltete eine Uhr (mit einem Wochen-Werk), ein Barometer und Thermometer sowie als Kuriosum eine „Werbe-Uhr“ mit einer Walze zur Werbung für einzelne Produkte/Betriebe.

Christophturm (auch Wachterturm) mit Tor, Zwinger und Zwingergebäude
Als wesentlicher Teil der Befestigung der Stadt ist der Christophturm in der heutigen Theatergasse zu nennen. Er war einer der sieben Türme der Stadtmauer.

     
Dieser Turm stand in etwa zwischen dem heutigen Objekt Theatergasse/Badgasse/Graben und dem Stadttheater und somit am Ausgang der vom Stadtplatz nach der Vorstadt Graben (und Seestadtl) führenden Straße. Er war einerseits mit dem Salzkeller und andererseits mit dem Zwingergebäude verbunden. Der Christophturm wird als ein massiver, viereckiger und ziemlich hoher Bau beschrieben. Er trug auf dem flachen Dache ein Glockentürmchen, unter dem Gesimse der Außenwand eine Uhr und unterhalb dieser, an dem Gemäuer des Torbogens, das Stadtwappen. Die der Stadt zugewandte Seite zeigt die Jahreszahl seiner Errichtung, 1462, und die Buchstaben A.E.I. O.U. als Zeichen, dass Kaiser Friedrich III. dieses Bauwerk errichten ließ.
In diesem Turm war das „Bürgerstübl“, ein Arrestlokal für die Inhaftierung von Bürgern, untergebracht. (Anm: Das „Gefängnis für das gewöhnliche Volk“ befand sich im Badgassenturm).

Zwischen den beiden Stadtmauern war beim Christophturm noch der Zwinger. Dies war ursprünglich eine freie Fläche, der nur vom Stadtinneren zugänglich war und im Krisenfall für Verteidigungszwecke genützt wurde. Eventuell eindringende Feinde sollten keine Deckung finden. In der untersten Zone des Zwingers befand sich ein Haus, das Zwingergebäude. Es diente als Getreidelager und sollte der Stadt die Versorgung mit Getreide sichern. Schon im Jahr1839 wurde dieser Turm abgetragen.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hieß die hier beginnende Straße nach Altmünster bis zum Beginn der Kuferzeile „Generalstabsstraße“. Der Name stammt aus der Zeit der napoleonischen Kriege. Um Gmunden besser verteidigen zu können, ließ das Ärar 1813 diese Straße erbauen. Nach dem Bau der Uferpromenade wurde die parallel dazu verlaufende Generalstabsstraße in „Esplanade“ (auch Esplanaden-Straße) umbenannt.

Diesen Bericht hat im Februar 2021 Günther Stadlmayr erstellt.

Literatur:
Krackowizer Ferdinand, Geschichte der Stadt Gmunden, Band I, III und IV, 1898-1901
Spitzbart Ingrid, Gmunden in alten Ansichten, Band 1,1992
Schießer, Heinz, Altgmundner Bilderbuch, 2014
Höllwerth, Holger, unveröffentlichtes Manuskript Theatergasse o. J.
Piringer, Karl, Gmundner Chronik, Band IV, 1982
Herrmann Erwin, Gmundner Chronik, Band II
Internet (gmundens-schaetze.at, doris.at, seeapotheke.eu)
Gmundner Taschenbuch, Hrsg.: Musealverein Gmunden,2. Auflage, 2008
Informationen zur Vitrine beim Haus Nr. 13 stammen von Georg Friedrichsberg

Fotos:
soweit nicht anders angegeben: Günther Stadlmayr