Jüdischer Friedhof


Der jüdische Friedhof in Gmunden heute
Foto: Internet Wikipedia

Erst 1923 genehmigt die Stadt Gmunden die Errichtung eines jüdischen Friedhofs
Gmundner hat sich – wie damals auch viele andere Städte - noch 1854 ausdrücklich gegen eine Zuwanderung von jüdischen Personen ausgesprochen. Rund zehn Jahre später öffnete die Stadt dann doch seine Pforten für Jüdinnen und Juden, und sie durften sich auch hier ansiedeln. Die Zahl der in Gmunden gemeldeten und dauernd hier wohnenden Jüdinnen und Juden nahm bis 1935 immer ein wenig zu: 1880 waren es insgesamt schon 25 Personen, 1890 37 Personen, 1898 46 Personen, 1900 53 Personen, 1914 66 Personen, 1925 83 Personen, 1935 100 Personen (das war der absoluter Höchststand). Im März 1938 waren es noch 63 Personen, im November 1938 gab es in der Stadt fast keine Juden mehr.

Bald stellte sich die Frage, wo man denn die toten Jüdinnen und Juden begraben sollte / könnte. Die jüdische Gemeinde von Gmunden gehörte der Israelitischen Kultusgemeinde Linz an. Daher wurden ursprünglich die Verstorbenen im jüdischen Friedhof in Linz beigesetzt. Weil die Überführung der Leichen nach Linz sehr teuer war, suchte man von Seiten der jüdischen Gemeinde nach einer anderen Lösung. und strebte seit Ende des 19. Jahrhunderts die Errichtung eines eigenen Friedhofs an. Dieser Wunsch wurde jedoch von der Stadt Gmunden stets abschlägig behandelt.
Da kam die evangelische Pfarrgemeinde zu Hilfe und erlaubte die Platzierung von jüdischen Gräbern auf ihrem eigenen evangelischen Friedhof. Dafür reservierte sie einen kleinen Platz, und die Verstorbenen der jüdischen Gemeinde wurden nun auf einem kleinen Areal auf dem evangelischen Friedhof bestattet

Nachdem am 30. August 1923 die erst 22-jährige russische Pianistin Lilia Kanevskaya in Gmunden plötzlich verstorben war, wurde dringend ein neues Grab benötigt. Auf dem evangelischen Friedhof war jedoch kein Platz mehr vorhanden. Zuerst versuchte die jüdische Gemeinde auf den benachbarten katholischen Friedhof auszuweichen. Die Anfrage, ob auf den anschließenden katholischen Friedhof ausgewichen werden könne, wurde vom damaligen Dechant Michael Gusenleitner abschlägig beantwortet.  Dieser soll - einer Überlieferung zufolge - gesagt haben: „...Juden kommen auf meinem Friedhof höchstens auf den Selbstmörderwinkel...".
Da Lilia Kanevskaya eine Grabstätte auf dem katholischen Friedhof verweigert wurde, musste sie vorerst tatsächlich auf dem sog. Selbstmördereck beerdigt werden.

Bis zu diesem Zeitpunkt war von einer Mehrheit im Gemeinderat die Errichtung eines jüdischen Friedhofs in der Stadt immer wieder abgelehnt worden. Um den Streit zwischen katholischer Kirche und der jüdischen Gemeinde zu schlichten, war die Stadt Gmunden dann doch im Jahr 1923 bereit, ihren jüdischen Bürgerinnen und Bürgern einen eigenen kleinen Pachtgrund für ihren Friedhof zur Verfügung zu stellen. Aus alten Bürgerspitalsgründen bekam die jüdische Gemeinde eine außerhalb der katholischen Friedhofsmauer gelegene Parzelle im Ausmaß von 350 m² zugewiesen. Die jüdische Gemeinde ließ sogleich eine Aufbahrungshalle errichten und umgab das Grundstück mit einer Einfriedungsmauer. Die Toten auf dem evangelischen Friedhof wurden in der Folge exhumiert und die alten Gräber vom evangelischen Friedhof auf den im Jahr 1923 neu eröffneten „Gmundner Israelitenfriedhof“ verlegt.


Der jüdische Friedhof heute aus anderer Perspektive
Foto: Internet


Die Aufbahrungshalle im jüdischen Friedhof
Foto: Piringer Gmunden-Chronik IV S. 482


Das Eingangstor zum jüdischen Friedhof
Es ist mit einer eigenen Kette versperrt. Zutritt erhält man durch die Städtische Friedhofsverwaltung.
Quelle: Internet


Das ist der erste Grabstein auf dem jüdischen Friedhof in Gmunden.
Er ist für die bis zu ihrem frühen Tod in Gmunden lebende russische Pianistin Lilia Kanevskaya errichtet worden
Foto: Piringer Gmundner Chronik IV S. 480

Ab 1923 wurden nach und nach weitere verstorbene Jüdinnen und Juden auf diesem Friedhof begraben. Genaue Angaben über deren Anzahl bis 1938 können nicht gemacht werden, da in diesem Jahr von den Nationalsozialisten zahlreiche Ruhestätten geschändet und abgetragen wurden. Man schätzt aber, dass zwischen 1923 und 1938 ungefähr zwanzig Bestattungen stattgefunden haben.

Die Nationalsozialisten machen aus dem Friedhof einen Gemüsegarten
Nachdem die Nationalsozialisten in Österreich an die Macht gekommen waren, wurde der hierzulande bereits vorherrschende Antisemitismus zur Staatsdoktrin erhoben. Eine Folge davon war, dass man begann, den jüdischen Einrichtungen nicht mehr den nötigen Respekt entgegen zu bringen. Nun wurde der von der Stadtgemeinde Gmunden mit der jüdischen Gemeinde geschlossene Friedhofs-Pachtvertrag aufgelöst. Der Friedhof wurde in die Verwaltung der Stadt übergeführt. Gerüchten zufolge hatte man sogar vor, die Gräber der letztbegrabenen Toten zu öffnen, um die Särge anschließend öffentlich verbrennen zu lassen. Schließlich transportierte man die Grabsteine „nur“ ab und lagerte sie auf dem Privatgrund einer assimilierten Jüdin. Doch einige verschwanden für immer. Die Friedhofsmauer und die Aufbewahrungshalle wurden abgerissen und die Gräber eingeebnet. Anfangs soll man auf dem frei gelegten Feld sogar Schweine weiden lassen haben. Der Friedhof wurde dann in einen Gemüsegarten umgewidmet, auf dem vor allem Kartoffel angebaut wurden.

Die Wiedererrichtung des jüdischen Friedhofs im Jahr 1945
Erstaunlicherweise wurde bereits im Jahr 1945 der jüdische Friedhof in Gmunden wieder hergestellt. Es ist nicht mehr bekannt, wer sich dafür besonders engagiert hat, wo es doch in der Stadt längst keine jüdische Gemeinde mehr gegeben hat! Noch 1945 wurden die noch vorhandenen Grabsteine dort wieder aufgestellt. Ein mitfühlender Totengräber soll übrigens die Platzierung und Position der einzelnen Grabsteine vor deren Entfernung 1938 in Form einer Skizze festgehalten haben, sodass man nun wusste, wo sich diese einst befunden haben, und man setzte sie wieder an ihre ursprüngliche Stelle. Etliche waren aber für andere Zwecke verwendet worden und konnten nicht mehr aufgefunden werden.
 
Auf dem heutigen jüdischen Friedhof findet man die Namen von 39 Verstorbenen. Zu diesen zählen als erste Gruppe die Gräber von jüdischen Toten, die bis 1938 in Gmunden gestorben sind und auch hier bestattet wurden:
Rosa Alt, Sigmund Bauer, Anna Baumgartner, Markus Diamant/d, Emil Feilendorf, Ignaz Fischer, Lilia Kavenskaya, Samuel Kormany, Ottilie Mandler, Sigmund und Pauline Rujder, Therese Stampfer, Moritz und Josefine Steiner, Ignaz und Anna Wlk

Im Jahr 1945 und später wurden dort noch weitere Juden, die nach ihrer Befreiung aus dem KZ an den Folgen des harten Lagerlebens verstorben sind bzw. jüdische Personen, die auf der Durchreise in oder in der Nähe von Gmunden verstorben sind, bestattet. Auch sie alle erhielten hier einen Grabstein:
Daniel Breuer, Hersch Deutsch-Sanek, Hillel Finkelstein, Rabbi Mordechai Zalman Gotthelf, Jechiel Gurmann, Scherc Perla, Gerszon Potaszman, Chaim Rosen, Josef Weiss und Jakob Weiss

Außerdem sind noch die Namen folgender jüdischer Personen, die nicht in Gmunden ihren dauernden Wohnort hatten,  aber einen Bezug zu der Stadt bzw. zum Salzkammergut hatten, vermerkt worden:
Helene Kohn, Aranka Munk, Eugen Ochs, Frieda Ochs, Heinrich Ochs, Leo Ochs, Ludwig Ochs, Silvia Ochs, Waldemar Ochs, Käthe Springer und Samuel Teichmann

Weiters scheint auch noch der Name der aus Alt-Aussee stammenden Susanne Maria Stern auf. Sie wurde im Schloss Hartheim getötet. Schließlich findet sich auch der Name der zum Protestantismus konvertierten Jüdin Olga Karbach. Sie war bis 1940 in Gmunden wohnhaft, wurde 1940 nach St. Konrad zwangsumgesiedelt, dann in ein KZ eingeliefert und ist dort zu Tode gekommen.

An alle jüdischen Opfer der NS-Diktatur erinnert eine im August 1946 auf dem jüdischen Friedhof aufgestellte Stele. Darauf ist zu lesen:

Unseren Brüdern und Schwestern von den Nazis noch im Tod verfolgt zum ehrenden Gedenken. May you rest now. 
Die am Enthüllungstag in Gmunden weilenden Juden August 1946.

Traurigerweise kam es auf diesem jüdischen Friedhof im Juli 1997 zu einem Vandalenakt, bei dem sechs Grabsteine umgestoßen wurden.

Der sehr kleine jüdische Friedhof wird von der Stadtverwaltung Gmunden gepflegt und befindet sich im Gegensatz zu zahlreichen anderen jüdischen Friedhöfen in Österreich in einem guten Zustand
.

Die 25 Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof in Gmunden


Rosa Alt

(??? – 11. Jänner 1925)
Sie wurde ca. 70 Jahre alt und war unverheiratet.


Sigmund Bauer
(??? – 5. Februar 1928)
Der Unternehmer besaß das Haus Ort 35 (heute Mitterweg 1-3). Es lag damals noch auf Altmünsterer Grund. Da er dauernd hier wohnte und nicht nur in der Saison, ist er auch auf dem Gmundner jüdischen Friedhof begraben.


Anna Baumgarten
(28. August 1844 – 6. August 1930)
geb. Holleschau, Mähren
gest. in Bad Ischl; letzte Adresse Pfarrgasse 5


Daniel Breuer
(4. August 1921 – 26. Mai 1948)
geb. in Nagyszalonta /Rumänien
gest. in Gmunden
kam am 5. Juni 1944 ins KZ Auschwitz und am 25. Jänner 1945 ins KZ Mauthausen
er starb erst drei Jahre nach seiner Befreiung an den Nachwirkungen der KZ-Haft


Daniel Breuer liegt in einem Doppelgrab neben Schmerc Perla.


Hermann Deutsch-Sanek
(1885 -1946)
war in den KZs Auschwitz und Mauthausen und ist nach der Befreiung 1946 gestorben


Markus Diamand

auf dem Totenschein steht Diamant
(15. April 1875 – 27. August 1935)
Kaufmann
gest. in Altmünster an einem Herzinfarkt


Emil
Feilendorf, Hofrat Ing.
(19. August 1863 – 17. Juli 1929)
verunglückte in den Bergen


Hillel Finkelstein
(15. November 1927 - 1945)
er kam vom Ghetto Lodz ins KZ Mauthausen und starb 1945 nach der Befreiung


Ignaz Fischer

(24. September 1850 – 26. September 1926)
Kleiderhandlung und Pfaidlereigeschäft
besaß ab 1897 das Haus Tagwerkergasse 17


Rabbi Mordechai Zalman Gotthelf
(27. Februar 1907 - 23. November 1946)
geb. in Lodz
kam am 1. August 1944 ins KZ Auschwitz und am 25. Jänner 1945 ins KZ Mauthausen
starb 1946 nach der Befreiung

   
Grabstein von Jechiel Gurmann: altes Foto und Foto von heute
Jechiel Gurmann
(???? - 1945)
geb. in Markow / Polen; polnischer KZ-Häftling; er ist nach der Befreiung aus dem KZ Mauthausen auf dem Weg nach Israel in Gmunden wahrscheinlich am 20. November 1945 verstorben


Grabstein von Lilia Kanevskaya
Foto: Piringer Gmundner Chronik IV S. 480
Lilia Kanevskaya
(1900 – 30. August 1923)
aus Russland stammende in Gmunden lebende Pianistin
da ihr eine Grabstätte auf dem katholischen Friedhof verweigert wurde, wurde sie zuerst am sog. Selbstmördereck beerdigt
ihr Grab ist das erste auf dem neu errichteten jüdischen Friedhof in Gmunden


Samuel Kormany

(15. November 1869 – 14. Februar 1935)
war Teilhaber des Konfektionsgeschäftes „B&S Kormany“ von Berthold und Samuel Kormany mit eigener Schneiderwerkstatt im Guschl-Haus Kammerhofgasse 5


Ottilie Mandler

(2. August 1870 – 15. März 1938)
Sie starb kurz nach dem „Anschluss“.
Als es am Marktplatz in Gmunden zu einer größeren antijüdischen Kundgebung kam, regte sich die herzkranke 68-jährige Ottilie Mandler darüber so auf, dass sie an einem Herzanfall starb. Der Hass der NS-Leute ging so weit, dass sie der Toten sogar einen ordnungsgemäßen Abtransport verweigerten. Man stellte einfach keinen Leichenwagen zur Verfügung. Daher trugen einige wenige Männer des aufgelösten Bethausvereins die Tote schließlich selbst auf einer ausgehängten Tür zum jüdischen Friedhof, wo sie ein Grab schaufelten und sie darin beerdigten.
Der roh behauene Grabstein von Ottilie Mandler steht auf dem Grab des letzten Mitglieds der jüdischen Gemeinde Gmundens, das hier damals noch begraben werden durfte.


Scherc Perla

(1. März 1926 – 15. Mai 1948)
kam in ein KZ und starb nach ihrer Befreiung wohl als „Displaced Person“ erst 1948


Scherc Perla liegt in einem Doppelgrab neben Daniel Breuer.


Gerszon Potaszman

(20. September 1907 – 10. Oktober 1946)
starb erst 1946 nach der Befreiung aus dem KZ Ebensee


Chaim Rosen

(14. Mai 1920 – 10. November 1946)
geb. in Piotrkow, Polen
kam am 14. Mai 1944 ins KZ Auschwitz und am 25. Jänner 1945 ins KZ Mauthausen
er ist erst 1946 nach seiner Befreiung aus dem KZ Mauthausen gestorben


Sigmund und Pauline Rujder
Sigmund Rujder
(12. August 1861 - 23. März 1930)
Pauline Rujder, geb. Weinmann
(16. März 1868 – 16. März 1937)
Beide betrieben seit 1897 in Gmunden im Eckhaus Kammerhofgasse 8 / Badgasse 2 ein Textil- und Konfektionsgeschäft


Therese Stampfer
, geb. Schwarz
(24. Mai 1848 – 19. Oktober 1930)
ist 1900 als Single nach Gmunden zugezogen und hat erst später eine Familie gegründet

 
Josefine und Moritz Steiner
Josefine Steiner
(1849 - 1922)
Moritz Steiner
(1849 - 12. Dezember 1931)
Moritz Steiner war selbstständiger Damenschneider und als solcher auch herzoglich-cumberland‘scher Hoflieferant; er wohnte und arbeitete im Haus Badgasse 4


Samuel Teichmann

(28. Juli 1928 – 1946)
geb. in Košice / Slowakei
kam im November 1943 ins KZ Auschwitz, am 25. Jänner ins KZ Mauthausen und starb erst nach seiner Befreiung


Doppelgrab für Jakob und Josef Weiss
Jakob Weiss
(18. Dezember 1927 – 15. Juli 1945)
geb. in Munkacs, CZ
gestorben nach der Befreiung aus dem KZ Ebensee in Traunkirchen
Josef Weiss
(18. Dezember 1922 – 15. Juli 1945)
geb. in Mukachevo / CZ
gestorben 1945 nach der Befreiung aus dem KZ Mauthausen in Gmunden
er war vermutlich ein Cousin von Jakob Weiss


Ignaz und Anna Wlk
Ignaz Wlk
(???  – 8. November 1929)
er war zuerst Goldschmied und später Antiquitätenhändler
Anna Wlk
(27. April 1872 – 10. Juli 1937)
geb. in Gewitsch / Jevíčko. Mähren
sie führte nach dem Tod ihres Mannes den Antiquitätenhandel weiter
Beide betrieben im Haus Marktplatz 16 einen Antiquitätenhandel.


Grabstein ohne Namen
(Zuordnung unbekannt)

Verstorbene ohne eigenen Grabstein auf dem jüdischen Friedhof in Gmunden
(nur Namensnennung)

Olga Karbach, geb. Treu
(29. Jänner 1876 - 1945)
Journalistin und Fachschriftstellerin
war zum Protestantismus konvertierte „Volljüdin“
sie ist nach dem „Anschluss“ in Gmunden geblieben; wurde aber 1940 nach St. Konrad zwangsumgesiedelt und schließlich im KZ getötet

Helene Kohn
(16. August 1880 – 1942)
Händlerin
Holocaust-Opfer
Wohnung und Geschäft vor dem Zweiten Weltkrieg: Ischlerstraße 90a, Bad Aussee

Aranka Munk, geb. Pulitzer
(28. November 1862 – 27. November 1941)
geb. in Makó / Ungarn
gest. im Ghetto Lodz
sie wurde 1941 nach Lodz deportiert, wo sie wenig später ums Leben kam
Aranka Munk, geb. Pulitzer, gehörte einer führenden österreichisch-ungarischen Familie an
letzter Wohnort 1938: eine Villa in Martleite, Bad Aussee

Eugen Ochs
(6. Oktober 1881 – 31. März 1944)
geb. in Gmunden
wurde in Excideuil, Dordogne, Frankreich ermordet

Frieda Ochs, geb. Weiss
(19. Juni 1896 – 8. Mai 1945)
geb. in Nordenstadt, Deutschland
nach einer Quelle: deportiert 1942 nach Lublin; ermordet im KZ Sobibor
nach einer anderen Quelle: gest. wahrscheinlich in Berlin im Alter von 23 Jahren
noch nach einer anderen Quelle: Am 10. Juni 1942 wurde die gesamte Familie Ochs in Nordenstadt auf einem Lastwagen zur Deportation abgeholt. Leopold, Frieda und Sylvia Ochs sind sehr wahrscheinlich im gleichen Jahr in Majdanek und Sobibor ermorden.
Frau von Leo Ochs

Heinrich Ochs
(6. April 1922 – 1942)
geb. in Gmunden
Sohn von Moritz and Elisabeth Ochs
wurde wie sein Zwillingsbruder Ludwig im selben Transport nach Auschwitz deportiert und dort ermordet

Leo Ochs
(27. November 1883 – 8. Mai 1945)
geb. in Gmunden
gest. in Berlin
Kaufmann
Holocaust-Opfer
verh. mit Frieda Ochs, geb. Weiss

Ludwig Ochs
(6. April 1922 – 1942)
geb. in Gmunden
Sohn von Moritz and Elisabeth Ochs
wurde wie sein Zwillingsbruder Heinrich im selben Transport nach Auschwitz deportiert und dort ermordet

Silvia Ochs
(5. April 1922 – 8. Mai 1945)
geb. in Nordenstadt, Deutschland
Am 10. Juni 1942 wurde die gesamte Familie Ochs in Nordenstadt auf einem Lastwagen zur Deportation abgeholt. Leopold, Frieda und Sylvia Ochs sind sehr wahrscheinlich im gleichen Jahr in Majdanek und Sobibor ermorden.
Tochter von Leo Ochs und Frieda Ochs Weiss

Waldemar Ochs
(23. August 1894 – 1945)
wurde nach Holland deportiert und dort ermordet

Käthe Springer, geb. Rujder
(10. Oktober 1884 – 6. September 1944)
Tochter von Cäcilia und Adolf Rujder; verheiratet mit Max Springer
geb. in Gmunden
sie wurde am 6. September 1944 von Berlin nach Auschwitz Birkenau deportiert und dort sogleich ermordet

Susanne Maria Stern
(5. August 1920 – 13. Juni 1941)
Euthanasie-Opfer; wurde im Schloss Hartheim ermordet
ihr letzter Wohnort 1938:  Fischerndorf 4, Alt Aussee

Insgesamt sind auf diesem Friedhof die Namen von 39 verstorbenen Jüdinnen und Juden verewigt. Es gibt aber nur 25 Grabsteine.

Die Fotos von den Grabsteinen stammen aus dem Internet und sind mit "Charlotte" gezeichnet.

Der Beitrag wurde von Holger Höllwerth verfasst.