Salzfertigerhaus - "Gasthaus zur Stadt Gmunden" Kirchengasse 8

steht unter Denkmalschutz

    
Das Haus Kirchengasse 8 heute
Fotos: Holger Höllwerth

Das Haus Kirchengasse 8 ist eines der ältesten Gebäude der Altstadt. Es existierte bereits vor 1400. Es war im Besitz von Salzfertigern. Die Zünfte der Kupferschmiede, Drechsler, Salzfudereinschläger, Schiffsleute hatten dort ihren Sitz. Für die Kuefferbruderschaft, Weber und Hafner war es die Herberge.
Ende des 18. Jahrhunderts befand sich dort bereits das Gasthaus „Zur blauen Traube“. Seit ca. 1840 wurde es in „Gasthaus zur Stadt Gmunden“ umbenannt.
Das Haus war dann durch Generationen im Besitz der Familie Fuchs und wurde in solider, bürgerlicher Form gewissenhaft geführt. Aus familiären Gründen entschlossen sich die letzten Besitzerinnen Frau Hausmann und die beiden Schwestern Fuchs 1969 das Gasthaus zu verkaufen. Der Gasthof Fuchs ist vom Hoteliersehepaar Harald und Renate Pasch übernommen worden. Heute darin das Nobelbeisel „Blauer Aff“.

Im Haus waren im 20. Jahrhundert neben dem Gasthaus auch u. A. der Fiaker und Lohnkutscher Anton Fuchs, sowie der Schuhmacher Franz Gerhart. Im 1. Stock befand sich ein Saal mit einer wunderschönen Holzdecke. Heute ist in diesem Stockwerk ein Rechtsanwaltsbüro.

Für die Landwirte aus dem bäuerlichen Hinterland Gmundens bis ins Almtal hinein war dieses Gasthaus die gewohnte Einkehrstätte, wenn sie am Wochenmarkt mit ihren Pferdefuhrwerken in die Stadt fuhren.


Franz Keim

Quelle: Internet

In den Jahren 1858-1864 besaßen die Eltern des Dichters und Schriftstellers Franz Keim (1840-1918) das Gasthaus „Zur Stadt Gmunden“. Franz Keim betrachtete Gmunden als zweite Heimat und verfasste das Gedicht „’s Traunstoanhoamweh“. Um 1860 bewohnte er den hinten gelegenen Teil des Hauses und besang das alte, liebgewordene Haus in einem Gedicht, dessen Text im Inneren des Hauses sichtbar angebracht ist.

 
Alte Aufnahmen vom Gasthaus zur Stadt Gmunden: Eingang und Vorderfront

Quelle: Internet


Das Gasthaus zur Stadt Gmunden o. J.
Quelle: Archiv Alfred Doloscheski

Diesen Beitrag hat Holger Höllwerth im November 2020 erstellt.